Kinder erleben bereits im Alltag, wie Erwachsene mit Körper, Nähe, Distanz, Scham, Grenzen, Beziehungen und Rollenverständnissen umgehen. Sie spüren, ob Erwachsene offen, sicher und respektvoll reagieren. Das beeinflusst, ob sie mit Fragen, Körperempfindungen und Unsicherheiten zu ihnen kommen.
Deshalb beginnt sexuelle Bildung im „Nicht Sexuellen“ und bereits im frühen Kindesalter. Eltern und Bezugspersonen gehen täglich auf die Bedürfnisse von Kindern ein. Entscheidend ist jedoch, ob diese Bedürfnisse auch dann ernst genommen werden, wenn ein Kind zum Beispiel keinen Kuss geben möchte, eine Umarmung nicht erwidert oder körperliche Nähe ablehnt. Darf ein Kind Nein sagen? Wird seine Grenze respektiert?
Grenzen müssen gewahrt werden.
Viele Erwachsene sind unsicher
Viele Eltern und Bezugspersonen fragen sich: Wann ist der richtige Zeitpunkt? Wie beantworte ich Fragen? Was, wenn mein Kind kaum fragt? Wie gehe ich mit eigener Scham um?
Diese Unsicherheiten sind normal. Wir alle bringen eigene Erfahrungen und Haltungen mit. Gleichzeitig können wir lernen, welche Botschaften wir an unsere Kinder weitergeben möchten und welche nicht.
Was sexuelle Bildung bedeutet
Wir verfolgen als Erwachsene ein gemeinsames Ziel: Kinder und Jugendliche so zu begleiten, dass sie ein gesundes Körpergefühl, Selbstvertrauen, klare Grenzen und einen positiven Zugang zu sich selbst und später zur Sexualität entwickeln.
Sexualität umfasst weit mehr als sexuelle Handlungen. Sie berührt Körperwissen, Körpergefühl, Nähe, Grenzen, Beziehungen, Rollenbilder, Gefühle und den Umgang mit sexualisierten Medien.
Kindliche Sexualität ist nicht mit erwachsener Sexualität gleichzusetzen. Sie ist spielerisch, spontan und neugierig. Kinder erforschen ihren Körper, bemerken Unterschiede und stellen Fragen. Erwachsene Sexualität ist meist zielgerichteter, bewusster und mit Erotik verbunden. Genau deshalb brauchen Kinder Erwachsene, die einordnen, schützen und altersgerecht begleiten.
Altersgerecht begleiten statt überfordern
Sexuelle Bildung bedeutet nicht, Kinder zu früh mit Sexualität zu konfrontieren. Sie bedeutet, Kinder und Jugendliche achtsam, altersgerecht und ohne Beschämung zu begleiten.
Ein Kleinkind braucht andere Antworten als ein Schulkind. Jugendliche brauchen wiederum andere Orientierung als Kinder im Primarschulalter.
Aus meiner langjährigen Arbeit mit Jugendlichen weiss ich: Wer früh lernt, Ja und Nein wahrzunehmen und auszusprechen, kann später bewusster mit Beziehungen, Nähe und Sexualität umgehen.
Familienkompass
Mit Familienkompass unterstütze ich Eltern, Bezugs- und Fachpersonen, Schulen und Institutionen dabei, einen sicheren Umgang und eine klare Sprache zu finden.
Ich biete Workshops und Vertiefungsabende sowie Tagesseminare für Eltern, Bezugs- und Fachpersonen sowie Sexualkundeunterricht für Kinder und Jugendliche gemäss Lehrplan 21 an.
Mehr Informationen finden Sie unter Angebot und Kosten.
Feedbacks von Teilnehmenden zu Vertiefungsabenden, Workshops und sexualpädagogischen Angeboten mit Kindern und Jugendlichen.